28/18 – 17. September 2018

Sehr geehrte Kollegen,

vor 10 Jahren begann mit der Lehmann-Pleite die größte Wirtschaftskrise seit 1929. Der Entscheidung von US-Regierung und FED die Investmentbank Lehmann Brothers nicht zu stützen folgte ein „Jahrhundert Crash“. Den Verantwortlichen in Regierungen und Notenbanken blieben damals gerade mal 24 Stunden, um den völligen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Allein in Deutschland wurde zur Rettung der Banken eine Summe von über 500 Mrd. $ eingesetzt. In diesen Tagen wird mit einigen Filmen und Interviews mit den damals Handelnden an die damalige „Kernschmelze“ des Finanzsystems erinnert. Da die Medien derzeit mit der Beschreibung von Ursachen, Abläufen und Folgen des „Jahrhundert Crashs“ voll sind, braucht es seitens des „Inside Guides“ keine zusätzliche Reminiszenz zu den Ereignissen vor 10 Jahren.

27/18 – 10. September 2018

Sehr geehrte Kollegen,

am Dienstag hat auch Amazon temporär eine Marktkapitalisierung von über 1.000 Mrd. $ erreicht. Eine weitere Prognose von uns ist damit eingetroffen. Schon vor langer Zeit haben wir angekündigt, dass Amazon das Potenzial habe, sogar Apple als teuerstes Unternehmen der Welt abzulösen. Wir freuen uns deshalb über die jüngste Entwicklung, weil wir uns fast 10 Jahre lang rechtfertigen mussten, warum wir so stark auf die beiden Unternehmen gesetzt haben Die Analysten-Gemeinde sah in Apple nur eine „Ein-Produkt-Gesellschaft“, die das gleiche Schicksal erleiden würde wie einst Nokia. An Amazon kritisierten die Analysten, dass das Unternehmen nur investieren aber kein Geld verdienen könne. Wir sahen das stets völlig anders und argumentierten dutzende Male, dass die meisten Analysten diese Unternehmen einfach nicht verstehen und deren Potenzial nicht erkennen, da herkömmliche Bewertungsmethoden bei diesen Unternehmen nicht anwendbar sind.

26/18 – 03. September 2018

Sehr geehrte Kollegen,

an den US-Börsen gab es auch in der letzten Woche wieder neue „Alltime Highs“ bei allen wichtigen Aktien-Indizes. Besonders gut lief es erneut bei den hochkapitalisierten FAANG-Aktien. Die Amazon-Aktie hat inzwischen die Marke von 2.000 geknackt und ein Überspringen der Marktkapitalisierung von 1.000 Mrd. $ ist greifbar nahe. Apple ist inzwischen dabei bald die Marke von 1.100 Mrd. $ anzugreifen. Einer der großen Profiteure dieser Entwicklung ist Warren Buffett; seine Holding Gesellschaft Berkshire Hathaway besitzt inzwischen Apple-Aktien im Wert von 56 Mrd. $. Wir verfolgen die Entwicklung mit großer Genugtuung, weil wir während der „Jahrhunderthausse“ von Beginn an konsequent auf Apple, Amazon, Google & Co. gesetzt haben. Wie viel Luft nach oben es bei diesen Aktien noch gibt wissen wir natürlich nicht. Bestimmte Trends können sich oft als zäher erweisen als man sich das vorstellen kann. Wir möchten aber daran erinnern, die Bäume niemals in den Himmel wachsen.

25/18 – 27. August 2018

Sehr geehrte Kollegen,

wir melden uns aus den Sommerferien zurück und stellen fest, dass dramatische Entwicklungen ausgeblieben sind – zumindest gab es keinen „Crash“ an den Aktienmärkten. Im Gegenteil: Am Mittwoch haben die Indizes S & P 500, Russel 2000 und Dow Jones Transports neue „Alltime Highs“ erreicht. Die „Wallstreet“ nahm dieses Ereignis zum Anlass die am „längsten währende Aktienmarkt-Hausse in ihrer Geschichte“ zu feiern. Unsere im Frühjahr 2009 aufgestellte These, dass wir vor der „größten Hausse aller Zeiten“ stehen, hat sich nun nach „offizieller Meinung“ bewahrheitet.

24/18 – 25. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

dies ist die letzte Ausgabe des „Inside Guide“ vor unserer traditionellen Sommerpause. Wir machen diese Sommerpause nun schon seit 25 Jahren, weil erfahrungsgemäß in den Sommermonaten an den Börsen nicht viel passiert. Jeder sollte die schönsten Monate des Jahres  besser nutzen als das hin und her der Börsenkurse hautnah am Bildschirm zu verfolgen. Tatsächlich sind in den letzten 25 Jahren während des „Sommerlochs“ an den Börsen keine gravierenden Dinge passiert. Wir mussten unser Versprechen, uns bei dramatischen Börsenentwicklungen sofort zurückzumelden, nie einlösen. Auch während der inzwischen seit 9 Jahren andauernden „Jahrhundert-Hausse“ an den Aktienmärkten hatten wir kein Problem damit Ihnen zu empfehlen ihre Aktienpositionen zu halten und weiter auf Hausse zu setzen. Aktuell sind wir, was die Aktienmärkte anbelangt, wesentlich vorsichtiger.

23/18 – 18. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird keineswegs langweilig. Mit dem Treffen in Singapur ist Donald Trump und Kim Jong Un ein grandioser PR-Gag gelungen. Zwar sind die unverbindlichen Absichtserklärungen der beiden Staatsoberhäupter vermutlich nicht das Papier wert auf dem sie stehen, trotzdem ist es immer besser persönlich miteinander zu reden, statt sich über die Medien gegenseitig zu beleidigen. Im Ergebnis können sich der skrupellose und brutale Diktator Nordkoreas und der US-Präsident jetzt jeder für sich mit ihrem außenpolitischen Coup brüsten. Leider geht es für beide nur um die persönlichen Erfolge und nicht um Fortschritte in der Sache. Freiwillig wird Kim Jong Un seine Atomwaffen mit nicht aufgeben. Sollte Trump einseitig in die Vorlage gehen (z.B. durch Aufgabe der militärischen Präsenz in Südkorea), dann dürfte man in Südkorea, Japan und Taiwan zu Recht „angepisst“ reagieren. Da in der „Causa Nordkorea“ zudem mit China und Russland zwei andere wichtige Player im Spiel sind, dürfte eine atomare Abrüstung, ein Friedensvertrag oder gar eine Wiedervereinigung in weiter Ferne liegen. Die Börsen haben auf das „merkwürdige Spektakel“ in Singapur überhaupt nicht reagiert.

22/18 – 11. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

nichts hat die US-Wirtschaftsmedien in der letzten Woche mehr beschäftigt als der geplante  Abgang von Howard Schultz bei Starbucks. Schultz hat in 3 Jahrzehnten das Kaffee-Franchise Starbucks von 11 Läden in 1987 auf 28.000 Läden in 77 Staaten ausgebaut und als CEO eines der erfolgreichsten Unternehmen geschaffen. Jetzt hat Schultz offensichtlich politische Ambitionen und wird von Journalisten bereits als Präsidentschaftskandidat für die Demokraten gehandelt. Schultz hat bereits Hillary Clinton im Wahlkampf unterstützt und zieht bei jeder sich bietenden Gelegenheit über den ungeliebten Präsidenten Donald Trump her. Auf CNBC äußerte sich Schultz dahingehend, dass seriöse Politik nichts mit Mauerbau, Handelskrieg und Schuldenexplosion zu tun habe.

21/18 – 04. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird auch weiterhin nicht langweilig. Man darf sich aussuchen, von welchen Meldungen die größte Gefahr für die Märkte ausgeht:

  • Die US-Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus der EU, Mexiko und Kanada sind jetzt in Kraft gesetzt worden. Da die EU, Mexiko und Kanada mit Zöllen auf US-Waren kontern werden, erreicht der von Donald Trump angezettelte Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe.
  • In Italien gibt es eine neue Regierung von Linkspopulisten (5 Sterne Bewegung) und Rechtspopulisten (Lega). Das Programm der neuen Regierung: Weniger Steuern, höhere Staatsausgaben und noch mehr Staatsverschuldung. Besonders gefährlich sind die „anti-europäischenAnsichten einiger Populisten.
  • Probleme könnte der gewaltige Rendite-Sprung bei italienischen Staatsanleihen machen. Ein großer Teil dieser Anleihen ist im Besitz italienischer Banken    und die erleiden derzeit gigantische Buchverluste mit den italienischen Staatspapieren. Da italienische Großbanken wegen des hohen Prozentsatzes an faulen Krediten fast flächendeckend „pleite“ sind, könnten die Finanzmärkte vor einer neuerlichen Belastung stehen.
  • Die Deutsche Bank gilt wegen ihrer Geschäfte mit Derivaten und ihrer globalen Vernetzung als gefährlichste Bank der Welt. Der jüngste Kurseinbruch auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten signalisiert uns, dass sich die größte deutsche Bank in gefährlichem Fahrwasser befindet. Die Deutsche Bank ganz allein hat das Potenzial, der Welt die nächste Finanzkrise zu bescheren.
  • In den nächsten18 Monaten ist mit mindestens 5, möglicherweise sogar 6, US-Leitzinserhöhungen zu rechnen. Außerdem beabsichtigt die FED die durch die QE-Programme aufgeblähte Bilanzsumme der US-Notenbank abzuschmelzen. Damit wird den Märkten Liquidität entzogen, was sich auf die Wirtschaft und auf die Märkte negativ auswirken dürfte. Die zuletzt sehr positive US-Arbeitsmarkt-Statistik verstärkt den selbst auferlegten Handlungszwang der FED.
  • Ungelöst sind auch die Probleme, die sich aus dem von den USA einseitig gekündigten „Atom-Vertrag“ ergeben.

20/18 – 28. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird nicht langweilig. Im letzten „Inside Guide“ haben wir noch davor gewarnt, dass es an der US-Zinsfront gefährlich wird. Die Rendite für 10 j. US-Treasuries war nämlich auf 3,11 % gestiegen. Ein Rendite-Anstieg am US-Bondmarkt ist deshalb so gefährlich, weil er naturgemäß für erhebliche Turbulenzen an den Devisen-, Rohstoff- und Aktienmärkten sorgt. So könnte die steigende Renditedifferenz zwischen $-Bonds und €uro-Bonds den Dollar steigen und die Rohstoffpreise fallen lassen. Hauptleidtragende sind zunächst die Emerging Markets, weil mit steigenden US-Renditen und steigenden Dollar-Kursen die Kapitalströme umgekehrt werden. Kapital fließt aus den Emerging Markets ab und fließt zurück an die US-Kapitalmärkte. Im Ergebnis zerbröseln die Währungen von Ländern wie Argentinien oder Türkei und die Volkswirtschaften dieser Länder geraten in Schwierigkeiten.

19/18 – 22. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es gab in der vergangenen Woche gravierende Veränderungen, die jeden Anleger in höchste Alarmbereitschaft versetzen sollten. Ausgangspunkt ist der Anstieg der Renditen an den US-Bondmärkten. Wochenlang pendelte sich die Rendite für 10 j. US-Treasuries um 2,96 % ein. Viele Analysten freundeten sich in dieser Phase mit dem Irrglauben an, selbst weitere Leitzinsanhebungen würden zu keinem dramatischen Rendite-Anstieg bei langfristigen US-Treasuries führen. Schon in der Ausgabe # 16 des „Inside Guide“ haben wir dieser unrealistischen Vorstellung eine Absage erteilt. Wörtlich schrieben wir:

Jeder der ein bisschen rechnen kann, der muss davon ausgehen, dass mit 2 weiteren Zinsschritten von je 0,25 % die Rendite der 2 j. US-Treasuries auf mindestens 3 % steigen wird (akt. 2,484 %). Würde es am „langen Ende“ bei den Bond-Renditen keine Veränderung geben, dann hätten wir bereits die Inversion der Zinsstruktur und eine Rezession wäre greifbar nahe. Bliebe die schon jetzt flache Zinsstruktur-Kurve erhalten, dann müsste die Rendite für 10 j. Treasuries zumindest auf 3,5 % steigen. Egal wie es kommt, es wäre für die Aktienmärkte negativ. Wir denken, dass die Renditen über alle Laufzeiten steigen und die Zinsstruktur sich trotzdem weiter abflacht.