Monatliche Archive: Mai 2018

20/18 – 28. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird nicht langweilig. Im letzten „Inside Guide“ haben wir noch davor gewarnt, dass es an der US-Zinsfront gefährlich wird. Die Rendite für 10 j. US-Treasuries war nämlich auf 3,11 % gestiegen. Ein Rendite-Anstieg am US-Bondmarkt ist deshalb so gefährlich, weil er naturgemäß für erhebliche Turbulenzen an den Devisen-, Rohstoff- und Aktienmärkten sorgt. So könnte die steigende Renditedifferenz zwischen $-Bonds und €uro-Bonds den Dollar steigen und die Rohstoffpreise fallen lassen. Hauptleidtragende sind zunächst die Emerging Markets, weil mit steigenden US-Renditen und steigenden Dollar-Kursen die Kapitalströme umgekehrt werden. Kapital fließt aus den Emerging Markets ab und fließt zurück an die US-Kapitalmärkte. Im Ergebnis zerbröseln die Währungen von Ländern wie Argentinien oder Türkei und die Volkswirtschaften dieser Länder geraten in Schwierigkeiten.

19/18 – 22. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es gab in der vergangenen Woche gravierende Veränderungen, die jeden Anleger in höchste Alarmbereitschaft versetzen sollten. Ausgangspunkt ist der Anstieg der Renditen an den US-Bondmärkten. Wochenlang pendelte sich die Rendite für 10 j. US-Treasuries um 2,96 % ein. Viele Analysten freundeten sich in dieser Phase mit dem Irrglauben an, selbst weitere Leitzinsanhebungen würden zu keinem dramatischen Rendite-Anstieg bei langfristigen US-Treasuries führen. Schon in der Ausgabe # 16 des „Inside Guide“ haben wir dieser unrealistischen Vorstellung eine Absage erteilt. Wörtlich schrieben wir:

Jeder der ein bisschen rechnen kann, der muss davon ausgehen, dass mit 2 weiteren Zinsschritten von je 0,25 % die Rendite der 2 j. US-Treasuries auf mindestens 3 % steigen wird (akt. 2,484 %). Würde es am „langen Ende“ bei den Bond-Renditen keine Veränderung geben, dann hätten wir bereits die Inversion der Zinsstruktur und eine Rezession wäre greifbar nahe. Bliebe die schon jetzt flache Zinsstruktur-Kurve erhalten, dann müsste die Rendite für 10 j. Treasuries zumindest auf 3,5 % steigen. Egal wie es kommt, es wäre für die Aktienmärkte negativ. Wir denken, dass die Renditen über alle Laufzeiten steigen und die Zinsstruktur sich trotzdem weiter abflacht.

18/18 – 14. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

derzeit sieht es so aus, dass die Aktienmärkte immer noch signifikant unterhalb ihrer „Alltime Highs“ notieren. Die deutliche Korrektur von über 10 % haben die Aktienmärkte zwar verdaut, aber so richtig nach oben wollen die meisten Aktien nicht mehr. Andererseits wollen die Kurse auch nicht so richtig fallen, obwohl es reichlich Gründe dafür gäbe. Ob die „Jahrhunderthausse“ schon beendet ist, kann freilich noch niemand sagen. Aus rein charttechnischer Sicht ist immer noch alles möglich, auch eine Fortsetzung der „Jahrhunderthausse“. Für uns stimmt allerdings das Chance/Risiko-Verhältnis nicht mehr. 

17/18 – 07. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

Donald Trump hat in letzter Sekunde die Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU für weitere 4 Wochen ausgesetzt. Dies ist allerdings bestimmt nicht als Erfolg zu werten. Wir denken, dass die Amerikaner der EU weitere 4 Wochen Zeit geben möchten, um entsprechende Angebote zu machen, wie das Handelsbilanz-Defizit der USA gegen die EU-Staaten abgebaut werden könnte. Ein TTIP-Light (nur ein beidseitiger Abbau aller Zölle), wie er in der EU diskutiert wird, ist freilich keine Lösung. Den USA geht es um viel mehr, nämliche fairere Lösungen im Standortwettbewerb und vor allem geht es um den Status des US-Dollars als Hegemonial-Währung. Außerdem ist es das erklärte Ziel der USA, den Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschafts- und Militärmacht zu stoppen. Wir gehen deshalb davon aus, dass Donald Trump von seinem Vorhaben, Strafzölle gegen die EU zu erheben, nicht abweichen wird, es sei denn die EU ist zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. Was hat das nun alles für die Märkte zu bedeuten?

16/18 – 30. April 2018

Sehr geehrte Kollegen,

die letzten Tage waren für Aktienanleger nicht gerade erfreulich. So viele schwache Börsentage gab es schon seit langem nicht mehr. Wir  hatten zuletzt immer wieder davor gewarnt, die Kursrisiken zu unterschätzen. Explizit hatten wir auch erklärt, dass trotz guter Konjunkturlage und trotz günstiger Gewinnmeldungen die Kurse fallen können. Am deutlichsten hat man das am Dienstag bei der Google-Mutter Alphabet gesehen. Das Unternehmen meldete überraschend hervorragende Ergebnisse.