Tägliche Archive: Juni 5, 2018

21/18 – 04. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird auch weiterhin nicht langweilig. Man darf sich aussuchen, von welchen Meldungen die größte Gefahr für die Märkte ausgeht:

  • Die US-Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus der EU, Mexiko und Kanada sind jetzt in Kraft gesetzt worden. Da die EU, Mexiko und Kanada mit Zöllen auf US-Waren kontern werden, erreicht der von Donald Trump angezettelte Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe.
  • In Italien gibt es eine neue Regierung von Linkspopulisten (5 Sterne Bewegung) und Rechtspopulisten (Lega). Das Programm der neuen Regierung: Weniger Steuern, höhere Staatsausgaben und noch mehr Staatsverschuldung. Besonders gefährlich sind die „anti-europäischenAnsichten einiger Populisten.
  • Probleme könnte der gewaltige Rendite-Sprung bei italienischen Staatsanleihen machen. Ein großer Teil dieser Anleihen ist im Besitz italienischer Banken    und die erleiden derzeit gigantische Buchverluste mit den italienischen Staatspapieren. Da italienische Großbanken wegen des hohen Prozentsatzes an faulen Krediten fast flächendeckend „pleite“ sind, könnten die Finanzmärkte vor einer neuerlichen Belastung stehen.
  • Die Deutsche Bank gilt wegen ihrer Geschäfte mit Derivaten und ihrer globalen Vernetzung als gefährlichste Bank der Welt. Der jüngste Kurseinbruch auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten signalisiert uns, dass sich die größte deutsche Bank in gefährlichem Fahrwasser befindet. Die Deutsche Bank ganz allein hat das Potenzial, der Welt die nächste Finanzkrise zu bescheren.
  • In den nächsten18 Monaten ist mit mindestens 5, möglicherweise sogar 6, US-Leitzinserhöhungen zu rechnen. Außerdem beabsichtigt die FED die durch die QE-Programme aufgeblähte Bilanzsumme der US-Notenbank abzuschmelzen. Damit wird den Märkten Liquidität entzogen, was sich auf die Wirtschaft und auf die Märkte negativ auswirken dürfte. Die zuletzt sehr positive US-Arbeitsmarkt-Statistik verstärkt den selbst auferlegten Handlungszwang der FED.
  • Ungelöst sind auch die Probleme, die sich aus dem von den USA einseitig gekündigten „Atom-Vertrag“ ergeben.