Kategorie-Archive: InsideGuide

24/18 – 25. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

dies ist die letzte Ausgabe des „Inside Guide“ vor unserer traditionellen Sommerpause. Wir machen diese Sommerpause nun schon seit 25 Jahren, weil erfahrungsgemäß in den Sommermonaten an den Börsen nicht viel passiert. Jeder sollte die schönsten Monate des Jahres  besser nutzen als das hin und her der Börsenkurse hautnah am Bildschirm zu verfolgen. Tatsächlich sind in den letzten 25 Jahren während des „Sommerlochs“ an den Börsen keine gravierenden Dinge passiert. Wir mussten unser Versprechen, uns bei dramatischen Börsenentwicklungen sofort zurückzumelden, nie einlösen. Auch während der inzwischen seit 9 Jahren andauernden „Jahrhundert-Hausse“ an den Aktienmärkten hatten wir kein Problem damit Ihnen zu empfehlen ihre Aktienpositionen zu halten und weiter auf Hausse zu setzen. Aktuell sind wir, was die Aktienmärkte anbelangt, wesentlich vorsichtiger.

23/18 – 18. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird keineswegs langweilig. Mit dem Treffen in Singapur ist Donald Trump und Kim Jong Un ein grandioser PR-Gag gelungen. Zwar sind die unverbindlichen Absichtserklärungen der beiden Staatsoberhäupter vermutlich nicht das Papier wert auf dem sie stehen, trotzdem ist es immer besser persönlich miteinander zu reden, statt sich über die Medien gegenseitig zu beleidigen. Im Ergebnis können sich der skrupellose und brutale Diktator Nordkoreas und der US-Präsident jetzt jeder für sich mit ihrem außenpolitischen Coup brüsten. Leider geht es für beide nur um die persönlichen Erfolge und nicht um Fortschritte in der Sache. Freiwillig wird Kim Jong Un seine Atomwaffen mit nicht aufgeben. Sollte Trump einseitig in die Vorlage gehen (z.B. durch Aufgabe der militärischen Präsenz in Südkorea), dann dürfte man in Südkorea, Japan und Taiwan zu Recht „angepisst“ reagieren. Da in der „Causa Nordkorea“ zudem mit China und Russland zwei andere wichtige Player im Spiel sind, dürfte eine atomare Abrüstung, ein Friedensvertrag oder gar eine Wiedervereinigung in weiter Ferne liegen. Die Börsen haben auf das „merkwürdige Spektakel“ in Singapur überhaupt nicht reagiert.

22/18 – 11. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

nichts hat die US-Wirtschaftsmedien in der letzten Woche mehr beschäftigt als der geplante  Abgang von Howard Schultz bei Starbucks. Schultz hat in 3 Jahrzehnten das Kaffee-Franchise Starbucks von 11 Läden in 1987 auf 28.000 Läden in 77 Staaten ausgebaut und als CEO eines der erfolgreichsten Unternehmen geschaffen. Jetzt hat Schultz offensichtlich politische Ambitionen und wird von Journalisten bereits als Präsidentschaftskandidat für die Demokraten gehandelt. Schultz hat bereits Hillary Clinton im Wahlkampf unterstützt und zieht bei jeder sich bietenden Gelegenheit über den ungeliebten Präsidenten Donald Trump her. Auf CNBC äußerte sich Schultz dahingehend, dass seriöse Politik nichts mit Mauerbau, Handelskrieg und Schuldenexplosion zu tun habe.

21/18 – 04. Juni 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird auch weiterhin nicht langweilig. Man darf sich aussuchen, von welchen Meldungen die größte Gefahr für die Märkte ausgeht:

  • Die US-Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus der EU, Mexiko und Kanada sind jetzt in Kraft gesetzt worden. Da die EU, Mexiko und Kanada mit Zöllen auf US-Waren kontern werden, erreicht der von Donald Trump angezettelte Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe.
  • In Italien gibt es eine neue Regierung von Linkspopulisten (5 Sterne Bewegung) und Rechtspopulisten (Lega). Das Programm der neuen Regierung: Weniger Steuern, höhere Staatsausgaben und noch mehr Staatsverschuldung. Besonders gefährlich sind die „anti-europäischenAnsichten einiger Populisten.
  • Probleme könnte der gewaltige Rendite-Sprung bei italienischen Staatsanleihen machen. Ein großer Teil dieser Anleihen ist im Besitz italienischer Banken    und die erleiden derzeit gigantische Buchverluste mit den italienischen Staatspapieren. Da italienische Großbanken wegen des hohen Prozentsatzes an faulen Krediten fast flächendeckend „pleite“ sind, könnten die Finanzmärkte vor einer neuerlichen Belastung stehen.
  • Die Deutsche Bank gilt wegen ihrer Geschäfte mit Derivaten und ihrer globalen Vernetzung als gefährlichste Bank der Welt. Der jüngste Kurseinbruch auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten signalisiert uns, dass sich die größte deutsche Bank in gefährlichem Fahrwasser befindet. Die Deutsche Bank ganz allein hat das Potenzial, der Welt die nächste Finanzkrise zu bescheren.
  • In den nächsten18 Monaten ist mit mindestens 5, möglicherweise sogar 6, US-Leitzinserhöhungen zu rechnen. Außerdem beabsichtigt die FED die durch die QE-Programme aufgeblähte Bilanzsumme der US-Notenbank abzuschmelzen. Damit wird den Märkten Liquidität entzogen, was sich auf die Wirtschaft und auf die Märkte negativ auswirken dürfte. Die zuletzt sehr positive US-Arbeitsmarkt-Statistik verstärkt den selbst auferlegten Handlungszwang der FED.
  • Ungelöst sind auch die Probleme, die sich aus dem von den USA einseitig gekündigten „Atom-Vertrag“ ergeben.

20/18 – 28. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es wird nicht langweilig. Im letzten „Inside Guide“ haben wir noch davor gewarnt, dass es an der US-Zinsfront gefährlich wird. Die Rendite für 10 j. US-Treasuries war nämlich auf 3,11 % gestiegen. Ein Rendite-Anstieg am US-Bondmarkt ist deshalb so gefährlich, weil er naturgemäß für erhebliche Turbulenzen an den Devisen-, Rohstoff- und Aktienmärkten sorgt. So könnte die steigende Renditedifferenz zwischen $-Bonds und €uro-Bonds den Dollar steigen und die Rohstoffpreise fallen lassen. Hauptleidtragende sind zunächst die Emerging Markets, weil mit steigenden US-Renditen und steigenden Dollar-Kursen die Kapitalströme umgekehrt werden. Kapital fließt aus den Emerging Markets ab und fließt zurück an die US-Kapitalmärkte. Im Ergebnis zerbröseln die Währungen von Ländern wie Argentinien oder Türkei und die Volkswirtschaften dieser Länder geraten in Schwierigkeiten.

19/18 – 22. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

es gab in der vergangenen Woche gravierende Veränderungen, die jeden Anleger in höchste Alarmbereitschaft versetzen sollten. Ausgangspunkt ist der Anstieg der Renditen an den US-Bondmärkten. Wochenlang pendelte sich die Rendite für 10 j. US-Treasuries um 2,96 % ein. Viele Analysten freundeten sich in dieser Phase mit dem Irrglauben an, selbst weitere Leitzinsanhebungen würden zu keinem dramatischen Rendite-Anstieg bei langfristigen US-Treasuries führen. Schon in der Ausgabe # 16 des „Inside Guide“ haben wir dieser unrealistischen Vorstellung eine Absage erteilt. Wörtlich schrieben wir:

Jeder der ein bisschen rechnen kann, der muss davon ausgehen, dass mit 2 weiteren Zinsschritten von je 0,25 % die Rendite der 2 j. US-Treasuries auf mindestens 3 % steigen wird (akt. 2,484 %). Würde es am „langen Ende“ bei den Bond-Renditen keine Veränderung geben, dann hätten wir bereits die Inversion der Zinsstruktur und eine Rezession wäre greifbar nahe. Bliebe die schon jetzt flache Zinsstruktur-Kurve erhalten, dann müsste die Rendite für 10 j. Treasuries zumindest auf 3,5 % steigen. Egal wie es kommt, es wäre für die Aktienmärkte negativ. Wir denken, dass die Renditen über alle Laufzeiten steigen und die Zinsstruktur sich trotzdem weiter abflacht.

18/18 – 14. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

derzeit sieht es so aus, dass die Aktienmärkte immer noch signifikant unterhalb ihrer „Alltime Highs“ notieren. Die deutliche Korrektur von über 10 % haben die Aktienmärkte zwar verdaut, aber so richtig nach oben wollen die meisten Aktien nicht mehr. Andererseits wollen die Kurse auch nicht so richtig fallen, obwohl es reichlich Gründe dafür gäbe. Ob die „Jahrhunderthausse“ schon beendet ist, kann freilich noch niemand sagen. Aus rein charttechnischer Sicht ist immer noch alles möglich, auch eine Fortsetzung der „Jahrhunderthausse“. Für uns stimmt allerdings das Chance/Risiko-Verhältnis nicht mehr. 

17/18 – 07. Mai 2018

Sehr geehrte Kollegen,

Donald Trump hat in letzter Sekunde die Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU für weitere 4 Wochen ausgesetzt. Dies ist allerdings bestimmt nicht als Erfolg zu werten. Wir denken, dass die Amerikaner der EU weitere 4 Wochen Zeit geben möchten, um entsprechende Angebote zu machen, wie das Handelsbilanz-Defizit der USA gegen die EU-Staaten abgebaut werden könnte. Ein TTIP-Light (nur ein beidseitiger Abbau aller Zölle), wie er in der EU diskutiert wird, ist freilich keine Lösung. Den USA geht es um viel mehr, nämliche fairere Lösungen im Standortwettbewerb und vor allem geht es um den Status des US-Dollars als Hegemonial-Währung. Außerdem ist es das erklärte Ziel der USA, den Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschafts- und Militärmacht zu stoppen. Wir gehen deshalb davon aus, dass Donald Trump von seinem Vorhaben, Strafzölle gegen die EU zu erheben, nicht abweichen wird, es sei denn die EU ist zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. Was hat das nun alles für die Märkte zu bedeuten?

16/18 – 30. April 2018

Sehr geehrte Kollegen,

die letzten Tage waren für Aktienanleger nicht gerade erfreulich. So viele schwache Börsentage gab es schon seit langem nicht mehr. Wir  hatten zuletzt immer wieder davor gewarnt, die Kursrisiken zu unterschätzen. Explizit hatten wir auch erklärt, dass trotz guter Konjunkturlage und trotz günstiger Gewinnmeldungen die Kurse fallen können. Am deutlichsten hat man das am Dienstag bei der Google-Mutter Alphabet gesehen. Das Unternehmen meldete überraschend hervorragende Ergebnisse.

15/18 – 23. April 2018

Sehr geehrte Kollegen,

in den letzten beiden Ausgaben des „Inside Guide“ hatten wir dargelegt, dass der Vergleich der Situation vor dem Crash 1929 und der Situation heute „frappierend“ und „erschreckend“ ist. Alle Ingredienzien für eine Weltwirtschaftskrise liegen vor. Wörtlich schrieben wir in der letzten Ausgabe des „Inside Guide“:

Während sich viele Anleger und Analysten in der „besten aller Welten“ („Goldilock-Szenario“) wähnen, sind dunkle Wolken am „Börsenhimmel“ aufgezogen.